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Kunstverein Freiburg

Der Kunstverein Freiburg wurde 1827 gegründet und zählt damit zu den ältesten Kunstvereinen in Deutschland.
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Alles lebt - mehr als menschliche Welten

Museum der Kulturen Basel

Was passiert, wenn Berge, Flüsse, Bäume, Tiere, Pilze, Dinge, Geistwesen, Ahnen und Menschen sich begegnen? Im Fokus der Ausstellung steht die Frage, wie Menschen ihre Beziehungen zu anderen Wesen neu denken und verändern können, um Wege aus der planetaren Krise zu finden. Ausgehend von 165 Objekten aus der Sammlung des MKB, zeitgenössischen Kunstwerken und vielen Stimmen aus verschiedenen Regionen der Erde, hinterfragt die Ausstellung eine menschenzentrierte Weltsicht. Aus dieser Perspektive sind Land, Berge, Flüsse und Dinge Ressourcen, die für ein globales, profitorientiertes Wirtschaftssystem ausgebeutet werden. Damit einher gehen Gewalt und Enteignung, Vertreibung und Unterdrückung. Kolonisierende und extraktivistische Praktiken gefährden die Bewohnbarkeit der Erde. Die planetare Krise fordert uns heraus, unsere Beziehungen zur Mitwelt zu überdenken und neu zu knüpfen. Was wäre, wenn andere Wesen lebendig und gleichberechtigt sind? Mehr als ein Baum Der beschnitzte Baum in ersten Raum ist für Kamilaroi-Gemeinschaften in Australien mehr als ein Baum. Er ist Vorfahre und Familienmitglied, verkörpert Wissen und verfügt über Handlungsfähigkeit. Der Wald ist im indigenen Verständnis im Tiefland Südamerikas ein lebendiges Wesen mit Lebenskraft, das einen Körper hat und atmet. Zeichnungen vom Jagen, Sammeln, Fischen und Pflanzen aus dem paraguayischen Chaco zeigen in einem zweiten Raum, dass dort keine Trennung zwischen Natur und Kultur existiert. Pflanzen, Tiere und Geistwesen verfügen über Empfindungs- und Handlungsfähigkeit und führen ein Leben in eigenen Kollektiven. Rechte für Erde, Berge und Flüsse In einem dritten Raum machen Altäre mit wirkmächtigen Bildern, Skulpturen und Opfergaben bewusst, dass Wesen wie der Berg Meru Manifestationen des Göttlichen sind. Pachamama, Mutter Erde, fand in Ecuador und Bolivien als Spenderin der Lebenskraft Eingang in die jeweilige nationale Verfassung. 2017 gewährte die neuseeländische Regierung dem Whanganui-Fluss, der für die Maori Vorfahre und Familienmitglied ist, den Status als juristische Person. Neuere Forschungen zeigen, dass Leben aus Symbiosen und wechselseitiger Abhängigkeit besteht. Menschen und andere Wesen machen und bewohnen ihre Welten miteinander. Inspiriert von den Tagebuch-Zeichnungen des Basler Aktivisten Bruno Manser, der sich für den Erhalt des Regenwaldes in Borneo einsetzte, hat das Institut für textiles Forschen aus Basel einen Baumriesen für die Ausstellung geschaffen. Er lädt Besucher*innen ein, mitzuknüpfen und sich dadurch als Teil der Geflechte des Lebendigen zu erfahren. Die Begleitpublikation «Alles lebt» ist auf Deutsch und Englisch im Museumsshop oder im Buchhandel erhältlich.
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Zwölftausend Dinge

Museum der Kulturen Basel

Jedes Ding aus der Sammlung Europa hat seine eigene Geschichte zu erzählen. Die Ausstellung enthüllt spannende, skurrile und auch tragische Schicksale und beleuchtet auch die Menschen, denen die Dinge zu verdanken sind. Zwölftausend Dinge aus Europa wurden im Museum der Kulturen Basel zwischen 1900 und 1936 gesammelt. Festgehalten in einem sogenannten Einlaufbuch. In einer Kopie davon können die Besucher*innen zu Beginn der Ausstellung blättern und sich als Forscher*innen betätigen. Sie entdecken, was gekauft, getauscht oder geschenkt worden war. Woher die Dinge kamen, zu welchem Preis und von wem. Einigen Personen begegnen die Besucher*innen danach wieder. Zum Beispiel dem Museumsabwart, dem nahegelegt worden war, in seinen Ferien im Jura nach volkskundlichen Dingen zu suchen und welche mitzubringen. Oder Eduard Hoffmann-Krayer, dem damaligen Vorsteher der Abteilung Europa. Er «schmuggelte» quasi seinen eigenen mehrteiligen Herrenanzug in die Sammlung. Sowie dem kleinen Mädchen aus Uri, das einiges auf dem Kerbholz hatte – aber in gutem Sinne. Ewige Liebe Die rund 370 Dinge in der Ausstellung vermitteln ein anschauliches Bild vom Leben in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es sind Dinge des Alltags, Glaubens und Aberglaubens. Rund 130 Amulette zeigen, wovor die Menschen sich fürchteten, was sie sich zur Abwehr des Bösen, zum Schutz ihrer Gesundheit oder als Glücksbringer umhängten. Ein auf den ersten Blick unauffälliges Ding ist ein Teigkringel aus Serbien, der 1919 ins Museum kam. Doch der Schein trügt: Der Kringel ist aus Frauenmilch und Mehl hergestellt. Wurden solche sehr seltenen Kringel den Ehemännern zu essen gegeben, sollte das dem Paar ewige Liebe garantieren. Der Erste Weltkrieg Prägend für jene Jahre und fürs Museum war der Erste Weltkrieg. Knappe Finanzen und geschlossene Grenzen erschwerten die Sammeltätigkeit. Ein grosser Buddha aus Japan etwa blieb in einem sicheren Hafen stecken. Doch Menschen brauchten Geld und verkauften eher Dinge. Wie die Hotelangestellte aus Uri, die Spielzeug veräusserte oder eine gewisse Anina Grass aus dem Engadin, die Paradehandtücher und andere Heimtextilien an den Museumsmann brachte, mit viel Handelsgeschick. Interessant auch, dass Sammler*innen in Kriegsgebiete geschickt wurden, zum Beispiel das Ehepaar Julius und Anna Konietzko auf den Balkan. Sie brachten viele Dinge von dort mit. Und dank von Soldaten angefertigter Sachen eröffneten sich gar neue Sammelbereiche. Ein paar der Dinge erhalten übrigens ganz spezielle Aufmerksamkeit: Sie wurden zu Comics verarbeitet, erzählen in Monologen von sich selbst oder finden sich in Geschichten wieder, die extra für Kinder aufbereitet wurden. Und die Besucher*innen können sogar mit fünf Dingen chatten. Die Begleitpublikation «Wie die Dinge zusammenkamen» ist auf Deutsch im Museumsshop oder im Buchhandel erhältlich.

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