2026 stehen die Donaueschinger Musiktage unter dem Leitgedanken der Polyphonie und damit dem Konzept, Musik aus unterschiedlichen Stimmen, Elementen, Linien und Materialien zusammenzusetzen. Vom 15. bis zum 18. Oktober lädt das Festival zu 20 Ur- und Erstaufführungen sowie einem umfangreichen Rahmenprogramm ein.
Tickets für Veranstaltungen der Donaueschinger Musiktage können bei www.littleticket.shop oder über die Tickethotline +49 (0)221-9140 9830 erworben werden.
Eine Installation von Gwendoline Robin in die sie zehn Performances integriert.
Erstpräsentation. Auftrag des SWR
Gwendoline Robin bewegt sich bevorzugt zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen und verbindet Bildende Kunst, Performance und Klangkunst. Für ihre beiden neuen Installationen und ihre Performance schöpft sie aus ihren Hörerlebnissen im Hochgebirge: dem Rauschen der Flüsse, dem Wind oder den Rufen von Murmeltieren. Mit diesen Klängen im Ohr erschafft sie zurück im Atelier Kombinationen aus elementaren Materialien wie Ton, Glas, Stein oder Holz und erforscht deren Musikalität. In Coexistences #2 sucht sie ein Gleichgewicht zwischen dem Ephemeren und dem Beständigen, zwischen der Festigkeit und der Möglichkeit des Zusammenbruchs.
Gwendoline Robin moves fluidly between different art forms, combining visual art, performance and sound art. In two new installations and a performance, she draws inspiration from her listening experiences in the high mountains including the murmur of rivers, gusts of wind or the calls of marmots. Back in her studio, she combines basic materials such as clay, glass, stone or wood to discover their musical potential. In Coexistences #2, she seeks a balance between the ephemeral and the enduring, between stability and the possibility of collapse.
Öffnungszeiten:
Donnerstag 17:00–20:00
Freitag & Samstag 10:00–18:00
Sonntag 10:00–17:00
Eröffnung: Donnerstag 18:00
Zugang während der unten genannten Performancezeiten nur mit Eintrittskarte zu Beginn der Performance
Deutsche Erstpräsentation. Auftrag von SWR und Festival Musica Strasbourg im Rahmen des Residenzprogramms Mechanical Forests, ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Global Forest und gefördert von Interreg Die Drei Ecken/Les Trois Angles
Yann Leguays interaktive Klanginstallation macht vorindustrielle Energieformen hörbar und hinterfragt unsere Fixierung auf Effizienz.
Energie → Klang: Der Klangkünstler Yann Leguay entwickelt Installationen, in denen der Klang unmittelbar von der Energie abhängt, die ihn antreibt. L’Allumette qui cache la forêt entstand während der Residenz Mechanical Forests im Kunstverein Global Forest in St. Georgen im Schwarzwald. St. Georgen war im 19. Jahrhundert eine Hochburg der mechanischen Musik. Inspiriert von dieser Geschichte erkundet Leguay Formen der Energieerzeugung aus der Zeit vor der Elektrizität – Dampfmaschine, Federantrieb, Schwerkraft oder Schwungrad –, um Klang zu aktivieren. Zwischen Skulptur und Experiment hinterfragt die interaktive Klanginstallation unsere Priorisierung der Effizienz und macht die Diskrepanz zwischen technischem System und natürlicher Umwelt hörbar.
Energy → Sound: Sound artist Yann Leguay creates installations in which sound is directly dependent on the energy that drives it. L’Allumette qui cache la forêt (You can’t see the forest for the match) was created during the Mechanical Forests residency at Kunstverein Global Forest in St. Georgen in the Black Forest, a 19th-century centre for mechanical clocks and musical instruments. Building on this history, Leguay explores how to activate sound with forms of energy generation from the pre-electric era – steam engines, spring mechanisms, gravity, or flywheels. Between sculpture and experiment, this interactive sound installation questions our current prioritisation of efficiency and renders audible the discrepancy between technical systems and the natural environment.
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Installation
Miles Friday: We stood where the air took form
Klanginstallation
Erstpräsentation. Auftrag des SWR
Miles Fridays Installation "We stood where the air took form" lässt Lautsprecher und aufblasbare Objekte zu atmenden, sicht- und hörbaren Skulpturen im Raum werden.
Lautsprecher als atmende Körper: In We stood where the air took form von Miles Friday sendet jeder Lautsprecher tieffrequente Drones aus, die Schwankungen im umgebenden Luftdruck erzeugen. Durch diese Luftdruckschwankungen dehnen sich aufblasbare Objekte aus und ziehen sich wieder zusammen. In der 32-kanaligen Klanginstallation werden die Lautsprecher zu einem Werkzeug der visuellen Synthese, in der die Objekte als kinetische Skulpturen zum Leben erweckt werden. Ihre kollektive Bewegung erschafft ein polyrhythmisches Feld, das sowohl sichtbar als auch hörbar ist.
We stood where the air took form is a 32-channel sound installation where loudspeakers become breathing bodies. Each loudspeaker emits low-frequency drones that produce fluctuations in the surrounding air pressure, causing the inflatables to swell and contract. By transforming the loudspeaker into a pneumatic pump, We stood where the air took form reimagines the loudspeaker as a tool for visual synthesis, where vibrations in the air animate inflatables as kinetic sculptures—synthetic, sonic lungs whose collective movement creates a shifting field of polyrhythms that can be both seen and heard.
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Bewertungen & Berichte Miles Friday: We stood where the air took form
Diskussion
Thema Musik Live: Musik für alle? Vermittlung im Wandel
Podiumsdiskussion von BR-KLASSIK und SWR Kultur
Anja Adam, Co-Leiterin der Sparte Theater Public, Theater Basel
Tobias Bleek, Professor für Musikwissenschaft
Axel Petri-Preis, Professor für Musikvermittlung und Community Music
Martina Seeber, Moderation
Speak Percussion
Musikvermittlung ist angesichts des Rückgangs musikalischer Bildung in den Schulen und der Auswirkungen wachsender sozialer Ungleichheit dringender denn je. Aber wie sieht zeitgemäße Musikvermittlung aus? Was wurde aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gelernt? Und wie nachhaltig sind Vermittlungsangebote? Über diese Fragen diskutieren in Thema Musik Live Anja Adam, Leiterin der Sparte Theater Public und Mitglied der Leitung des Theaters Basel, der Musikwissenschaftler Tobias Bleek, der viele Jahre der Education- Abteilung des Klavier-Festivals Ruhr vorstand, und Axel Petri-Preis, der als Professor für Musikvermittlung und Community Music in Wien lehrt.
Musical outreach is more urgent than ever, especially given the decline of musical education in schools and the impact of growing social inequality. But what does up-to-date musical outreach look like today? What lessons have been learnt from the experiences of recent decades? And how sustainable are the educational programmes of cultural organizations? These questions will be discussed in Thema Musik Live by Anja Adam, Head of the Theater Public department at Theater Basel and a member of the theatre’s direction team, musicologist Tobias Bleek, who chaired the education department of the Klavier-Festival Ruhr for many years, and Axel Petri-Preis, who teaches as a professor of music education and community music in Vienna.
Termin
Do 15.10.2026, 20:00
Ort
Museum Art.Plus
Museumsweg 1
D-78166 Donaueschingen
Susana Santos Silva, Trompete
Igor C Silva, Elektronik
SWR Experimentalstudio
SWR Symphonieorchester
Brad Lubman, Leitung
Stefan Prins: Madness Machines für Orchester und Elektronik
Uraufführung. Auftrag von SWR und Warschauer Herbst
Igor C Silva: Tomorrow’s Next Bliss für improvisierende Solist:innen, Orchester und Elektronik
Uraufführung. Auftrag des SWR
Hannah Kendall: the unfleshed bells of the inaudible für Orchester
Uraufführung. Auftrag des SWR
Natasha Barrett: The disenchanted tranquility of Kingdom für Orchester und Elektronik. Uraufführung. Auftrag des SWR
Wie lässt sich die Erfahrung unserer erschütterten Welt musikalisch begreifen? Diese Frage bestimmt die Kompositionen von Natasha Barrett und Stefan Prins. Barrett dekonstruiert die vermeintliche Stabilität eines kollabierenden Systems. Prins setzt den "Wahnsinn" des unkontrollierbaren Chaos‘ aktueller Entwicklungen als künstlerisches Prinzip ein. Auch Igor C Silva widmet sich dem Thema Kontrolle und Kontrollverlust und experimentiert mit der Interaktion und Improvisation von Dirigent, Orchester und Solist:innen. Für Hannah Kendall erweisen sich schließlich Verse, die der martinikanische Dichter Édouard Glissant 1949 schrieb, als höchst zutreffend auf unsere Gegenwart.
How can the daily experience of our shaken world be grasped through music? This question guides Natasha Barrett and Stefan Prins in contrasting ways: Barrett deconstructs the spurious stability of a collapsing system. Prins transforms the "madness" of today’s uncontrollable chaos into an artistic principle as he conceives of the orchestra and electronics as one vast techno-organic machine. In a different way, Igor C Silva also explores the themes of control and loss of control by experimenting with interaction and improvisation between conductor, orchestra and soloists. Finally, Hannah Kendall hears the words from 1949 of Martinican poet Édouard Glissant as even more fitting to the present.
SWR Kultur live 20:03
Live-Stream auf swrkultur.de
Yann Leguay: Filtered by Fire
Uraufführung. Auftrag des SWR im Rahmen des Residenzprogramms Mechanical Forests, ein Projekt in Zusammenarbeit mit Festival Musica Strasbourg und Kunstverein Global Forest und gefördert von Interreg Die Drei Ecken/Les Trois Angles
Während Yann Leguay in seiner Donaueschinger Installation unterschiedliche Arten der Energieerzeugung für Klang nutzt, stellt er in seiner Performance eine denkbar archaische ins Zentrum: das Feuer. In Filtered by Fire werden die Flammen zu Protagonisten einer minimalistischen Komposition. Leguay offenbart die Körperlichkeit des Klangs, der durch die Hitze bewegt und geformt wird, und spielt mit den durch die Verbrennung des Holzes erzeugten Schwankungen. Welches Ritual bei dieser nächtlichen Performance im Schlosspark vollzogen wird? Das kann jede:r Zuhörer:in selbst entscheiden.
While Yann Leguay utilises various forms of energy generation to produce sound in his Donaueschingen installation, his performance focuses on one of the most archaic sources of energy: fire. In Filtered by Fire, flames become the protagonists of a minimalist composition, revealing the physicality of sound moved and shaped by the heat. What kind of ritual is carried out during this nocturnal performance in Schlosspark? Every listener can decide for themselves.
Bewertungen & Berichte Yann Leguay: Filtered by Fire
Neue Musik
Simon Steen-Andersen & Michael Schmid
Michael Schmid, Performance
Simon Steen-Andersen in Zusammenarbeit mit Michael Schmid UR! Bühnen- und Videoperformance
Uraufführung. Auftrag von SWR, Ictus, Festival d’automne, Festival 20·21, De Bijloke Muziekcentrum, Frequenz Festival und Perpodium mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung und in Zusammenarbeit mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste
Ein Jahrhundert nach der Entstehung der Ursonate zeichnet Simon Steen-Andersen die miteinander verflochtenen Lebenswege ihres Schöpfers, Kurt Schwitters, und ihres engagierten Interpreten, Michael Schmid, nach, der mit einer seltenen neurologischen Erkrankung lebt. Getreu Schwitters’ eigenem MERZ-Prinzip – Beziehungen zwischen allen Dingen herzustellen – faltet er das Dokumentarmaterial in sich selbst zurück und lässt so die Grenze zwischen Biografie und halluzinatorischer Fiktion verschwimmen. Tief im Inneren der Ursonate, jenseits von Zeit und Raum, begegnen sich Schwitters und Schmid in einem fantastischen Doppelporträt, in dem Kunst, Neurologie, Erinnerung und Imagination untrennbar miteinander verschmelzen.
A century after the creation of Ursonate, Simon Steen-Andersen traces the intertwined lives of its creator, Kurt Schwitters, and its most devoted performer, Michael Schmid, who is navigating a rare neurological disorder. Faithful to Schwitters' own MERZ principle—creating relationships between all things—, he folds the documentary material back onto itself, blurring the boundary between biography and hallucinatory fiction. Deep inside the Ursonate, across time and space, Schwitters and Schmid meet in a fantastical double portrait where art, neurology, memory, and imagination become indistinguishable.
Termine
Sa 17.10.2026, 11:30 | Ticket
Sa 17.10.2026, 21:30 | Ticket
Ort
Neue Realschulhalle
An der Realschule 1
D-78166 Donaueschingen
Jebah Baum, Skulpturen
Seán Ó Dálaigh, Video
SWR Experimentalstudio
Speak Percussion
Steven Kazuo Takasugi: Museum Factory für Perkussionstrio, Skulpturinstrumente, Video und Elektronik
Uraufführung. Auftrag von SWR und Speak Percussion mit freundlicher Unterstützung vom Grainger Museum und der australischen Regierung durch Creative Australia
Inspiriert vom Percy Grainger Museum in Melbourne überträgt Steven Kazuo Takasugi Graingers Leidenschaft des Sammelns von Kuriosa auf die Bühne. In Museum Factory bewegt er sich durch die Verwendung von Skulpturen als Instrumente zwischen Bildender Kunst einerseits und einer Fabrik andererseits, in der Klänge förmlich herausgehämmert werden. Takasugi bedient sich dazu tausender Samples von Instrumenten aus der Sammlung des Grainger Museums wie auch der Mitglieder von Speak Percussion, die ihr Debüt bei den Musiktagen geben. Das Werk könnte auch Dying Factory heißen: das ironische Stöhnen und Ächzen eines Bauwerks, das angesichts zunehmender Automatisierung vor dem endgültigen Verfall steht.
Inspired by the Percy Grainger Museum in Melbourne, Steven Kazuo Takasugi brings to the stage Grainger's passion for collecting curiosities. Museum Factory pushes in one direction toward visual art through sculptures-as-instruments, and in another direction toward the factory where sounds are hammered out. To this end, Takasugi makes use of thousands of instrumental samples from the Grainger Museum's collection as well as from the members of Speak Percussion, who are making their debut at the Musiktage. The work could be alternatively entitled Dying Factory: the ironic moans and groans of an edifice facing extinction in the age of automation.
Termine
Sa 17.10.2026, 11:30 | Ticket
Sa 17.10.2026, 21:30 | Ticket
Ort
Donauhallen
Strawinsky Saal An der Donauhalle 2
D-78166 Donaueschingen
Die portugiesische Trompeterin Susana Santos Silva ist eine der interessantesten Stimmen in der improvisierten Musik. Nach ihrem Solo-Auftritt mit dem SWR Symphonieorchester im Eröffnungskonzert präsentiert sie ihre neue Duo-Konstellation mit der kasachischen Geigerin Aisha Orazbayeva. Die beiden Musikerinnen verbindet Radikalität, Sensibilität und Vielseitigkeit. In ihrem ersten Duo-Konzert treten sie in einen offenen Dialog und greifen dabei auf ihre vielfältigen Erfahrungen zurück: als Interpretinnen Alter und zeitgenössischer Musik, als Komponistinnen, als Improvisatorinnen und als Partnerinnen in Theater- und Tanzprojekten.
The Portuguese trumpeter Susana Santos Silva is one of the most compelling voices in the world of improvised music. Following her solo performance with the SWR Symphonieorchester at the opening concert, she presents her new duo partnership with the Kazakh violinist Aisha Orazbayeva. The two musicians are united by radicalism, sensitivity and versatility. In their first concert as a duo, they engage in an open dialogue drawing on their diverse experiences: as performers of early and contemporary music, as composers, and as improvisers.
ONCEIM
(L’Orchestre de Nouvelles Créations, Expérimentations et Improvisations Musicales)
Marina Rosenfeld: XY für Orgel und Blasinstrumente
Deutsche Erstaufführung. Auftrag von SWR und Concertgebouw Brugge
Éliane Radigue: OCCAM XXV zeta für Orgel und Blasinstrumente
Uraufführung
Kein anderes Instrument wird enger mit der Geschichte der Polyphonie verbunden als die Orgel. Beim Festivaldebüt des Improvisationsensembles ONCEIM erklingt sie erstmals seit 2018 wieder bei den Musiktagen, diesmal kombiniert mit Blasinstrumenten. Schon lange beschäftigt sich Marina Rosenfeld in Kompositionen für besonders resonante Räume mit dem psychoakustischen Nachhall von Klängen und dem Übergang vom Klang zur Stille. Ihre Partitur aus Handlungsanweisungen lässt den Pariser Musiker:innen großen Raum, ihr eigenes Hörverständnis und ihre Erfahrung als Improvisator:innen einzubringen. Mit der Uraufführung von OCCAM XXV zeta würdigt das Festival zudem die jüngst verstorbene Komponistin Éliane Radigue, der sowohl die Musiktage wie auch ONCEIM eng verbunden sind.
No instrument is more closely associated with the history of polyphony than the organ. At the festival debut of the Parisian improvisation ensemble ONCEIM, the organ will be heard again at the Musiktage for the first time since 2018, this time joined with brass instruments. Marina Rosenfeld has long explored the psychoacoustic reverberation of sounds, as well as the transition from sound to silence, in her compositions for highly resonant spaces. Her score gives the musicians plenty of scope to contribute their own aural understanding and embodied experience as improvisers. With the world premiere of OCCAM XXV zeta, the festival pays tribute to the late Éliane Radigue, with whom ONCEIM and the Musiktage have had close ties.
Termine
Sa 17.10.2026, 15:00 | Ticket
So 18.10.2026, 15:00 | Ticket
Ort
Stadtkirche St. Johann
Karlstraße 71
D-78166 Donaueschingen
Norbert Ommer, Sound Design
Lukas Nowok, Elektronik
Sita Messer, Design
Mehdi Moradpour, Dramaturgie
Ensemble Modern
Xizi Wang, Leitung
Brigitta Muntendorf: Last Show. Q&A für Ensemble und Publikum
Uraufführung. Auftrag von CONNECT, einer Initiative ermöglicht durch die Art Mentor Foundation Lucerne in Zusammenarbeit mit London Sinfonietta, Ensemble Modern, Het Muziek Amsterdam, Remix Ensemble Casa da Música und Ensemble intercontemporain
Die letzte Show vor dem Ende der Welt: Brigitta Muntendorf verwandelt in Last Show das Konzert in ein soziales Live-Experiment. Angesiedelt zwischen Fernsehstudio und Konzertsaal lässt sie die Grenze zwischen Publikum und Darstellenden verschwimmen, indem das Publikum durch ein Voting-Tool zum Akteur wird. "In einer Zeit, in der die Öffentlichkeit ebenso instrumentalisiert wie durch politische Inszenierungen ‹entertained› wird, möchte ich wissen", erklärt die Komponistin, "welche Widerständigkeit dem Konzertraum innewohnt". Last Show fragt nicht, was Sie denken, sondern wie Sie denken und wer Sie werden, wenn alles inszeniert ist.
The last show before the end of the world! In Last Show, Brigitta Muntendorf transforms the concert into a live social experiment. Set somewhere between a television studio and a concert hall, she blurs the line between audience and performers by making the audience active casting votes in the event. "At a time when the public is being exploited as much as it is ‹entertained› by political spectacles," explains the composer, "I want to know what kind of resistance is inherent in the concert hall." Last Show does not ask what you think, but how you are thinking, and what you become when everything around you is staged.
Ann Cleare:
Neues Werk für 18 Streicher
Uraufführung. Auftrag von SWR und hcmf//
Rebecca Saunders: thirst für 18 Streicher
Uraufführung. Auftrag von SWR, Elbphilharmonie Hamburg, Ensemble Resonanz, hcmf//, Klangspuren Schwaz und Muziekgebouw aan ’t IJ Amsterdam mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung
Vier Streichquartette plus zwei Kontrabässe: Wie begegnet Rebecca Saunders, die für die Originalität ihres Komponierens von Klangfarben bekannt ist, der Herausforderung einer homogenen Masse von 18 Streichern? Ihre hochgradig polyphone Antwort lebt vom Kontrast zwischen expressiven, melodischen Linien und rhythmisch-pulsierenden Strukturen, die wiederum zu jeweils eigenständigen Texturen verwoben sind. Ann Cleare hingegen imaginiert das Streicherensemble als ein gigantisches Intelligenzsystem mit unzähligen miteinander verbundenen Nervenzellen. Angeregt von der Forschung zum menschlichen Gehirn und maschinellen Lernen entwirft sie das Ensemble als Produzenten wie Empfänger von Wissen.
Four string quartets plus two double basses: How does Rebecca Saunders, known for her timbral originality, approach the challenge of composing for the homogeneous mass of 18 strings? Her highly polyphonic response thrives on the contrast between expressive melodic lines and rhythmically pulsating mechanical structures, each woven into distinctive contrapuntal textures. Ann Cleare, on the other hand, imagines the string ensemble as a gigantic intelligent system with numerous interconnected nerve cells. Informed by research on the human brain and machine learning, she conceives of the ensemble as both a producer and a recipient of knowledge.
Akustische Spielformen: Verleihung des Karl-Sczuka-Preises
Ausgezeichnet werden soll seit 1972 laut Satzung die "beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt". Die unabhängige Jury besteht aus Olaf Nicolai (Vorsitz), Inke Arns, Julia Cloot, Michael Grote und Thomas Meinecke. Im Verbund mit der Verleihung des Karl-Sczuka-Preises wird der Karl-Sczuka- Förderpreis vergeben. Mit dem Förderpreis verbunden ist die Möglichkeit einer zweiwöchigen Produktion in einem Hörspielstudio des Südwestrundfunks.
Since 1972, this prize is awarded for "the best production of a work of radio art using musical material and structures in an acoustic performance". The jury comprises Olaf Nicolai (chair), Inke Arns, Julia Cloot, Michael Grote, and Thomas Meinecke. In connection with the Karl Sczuka Prize the support grant is also awarded. The award comes with the opportunity of a two-week production in a radio drama studio at Südwestrundfunk.
Die portugiesische Trompeterin Susana Santos Silva ist eine der interessantesten Stimmen in der improvisierten Musik. Nach ihrem Solo-Auftritt mit dem SWR Symphonieorchester im Eröffnungskonzert präsentiert sie ihre neue Duo-Konstellation mit der kasachischen Geigerin Aisha Orazbayeva. Die beiden Musikerinnen verbindet Radikalität, Sensibilität und Vielseitigkeit. In ihrem ersten Duo-Konzert treten sie in einen offenen Dialog und greifen dabei auf ihre vielfältigen Erfahrungen zurück: als Interpretinnen Alter und zeitgenössischer Musik, als Komponistinnen, als Improvisatorinnen und als Partnerinnen in Theater- und Tanzprojekten.
The Portuguese trumpeter Susana Santos Silva is one of the most compelling voices in the world of improvised music. Following her solo performance with the SWR Symphonieorchester at the opening concert, she presents her new duo partnership with the Kazakh violinist Aisha Orazbayeva. The two musicians are united by radicalism, sensitivity and versatility. In their first concert as a duo, they engage in an open dialogue drawing on their diverse experiences: as performers of early and contemporary music, as composers, and as improvisers.
Chris Swithinbank, Elektronik
SWR Symphonieorchester
François-Xavier Roth, Leitung
Mauro Lanza: we’ve actually been in this place before für Orchester
Uraufführung. Auftrag des SWR
Noriko Baba: Bestiarium Musicale VI für Orchester
Deutsche Erstaufführung. Auftrag von Orchestre national de Metz Grand Est / Cité musicale-Metz und SWR mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung
Fabien Lévy: Que reste-t-il? - Hindewhu Extinction - für Orchester
Uraufführung. Auftrag des SWR
Clara Iannotta: into a world that is pure blue
(where you are transformed utterly and forever)
((Amen)) für Orchester und Elektronik
Uraufführung. Auftrag des SWR
Polyphonie ist letztlich auch eine Reflexion über das Gedächtnis, und Mauro Lanza und Clara Iannotta beschäftigen sich auf ihre Weise mit der Unschärfe von Erinnerung. Angeregt vom Internetphänomen dreamcore erzeugt Lanza mit Loops ein Déjà-vu-Gefühl zwischen Desorientierung und Nostalgie. Iannotta reflektiert musikalisch über die Ungreifbarkeit von Erinnerung nach Verlust, während sich in scheiternden Erinnerungsversuchen ein neuer Raum öffnet. Fabien Lévy wiederum komponiert eine polyrhythmische Hommage an die Musik der zentralafrikanischen Völker Mbaka, Bedzan und Aka, deren Existenz durch die Klimakrise bedroht ist. Noriko Baba schließlich verwandelt mittelalterliche Tierallegorien, in denen kollektive Erinnerung und Phantasie verschmelzen, in Klang.
Polyphony, in the end, is also a reflection on memory and Mauro Lanza and Clara Iannotta both explore the vagueness of memory in their own ways. Inspired by the internet phenomenon of dreamcore, Lanza uses loops to create a sense of déjà vu between disorientation and nostalgia. Iannotta contemplates musically on the elusiveness of memory after a loss, as new spaces open amid failed acts of remembering. Fabien Lévy composes a polyrhythmic homage to the music of the Mbaka, Bedzan, and Aka communities in Central Africa, whose existence is threatened by the climate crisis. Finally, Noriko Baba transforms medieval animal allegories—which blend collective memory and imagination—into sound.
SWR Kultur live 17:04 Uhr
Live-Stream auf swrkultur.de
Klangkunstführungen, Künstler:innengespräche, Mobiles Studio SWR Kultur, Kino, Verleihung der FEM-Nadel, Notenausstellung, Gottesdienst.
Words on Music
Samstag, 17.10. bis Sonntag, 18.10.2026
Künstler:innen des Festivals im Gespräch mit Friedemann Dupelius
Wo: Foyer Mozart Saal
Klangkunstführungen
Samstag, 17.10.2026 10:30 & 14:00 (Start: Alte Molkerei)
Sonntag, 18.10.2026 10:30 & 14:00 (Start: Museum Art.Plus)
Kostenlose Führungen durch alle Klanginstallationen mit Fabian Czolbe
Film "Dear Lara"
Samstag, 17.10.2026 16:30 & Sonntag, 18.10.2026 13:00 » Tickets
Dokumentarfilm (2026) von Lara St. John über sexuellen Missbrauch in der klassischen Musikwelt
Eintritt: 5 / 3 EUR
Wo: Kommunales Kino guckloch
Mobiles Studio SWR Kultur
Samstag, 17.10. bis Sonntag, 18.10.2026
Livesendungen und Berichte vom Festival
Wo: Foyer Mozart Saal
Präsentation des Next Generation Lab
Sonntag, 18.10.2026 9:30
Eintritt frei
Wo: Heinrich-Feurstein-Schule
Abschlussempfang
Sonntag, 18.10.2026 20:00
Der traditionelle Abschlussempfang der Donaueschinger Musiktage heißt alle herzlich willkommen. Die Eintrittskarte (45 EUR) beinhaltet eine Essens- und Getränkepauschale und kann im Festivalbüro sowie in begrenztem Kontingent an der Abendkasse erworben werden.
Wo: Donauhallen
Noten- und Buchausstellung
Freitag, 16.10. bis Sonntag, 18.10.2026
Freitag 16:00–19:00, Samstag 10:00–20:00, Sonntag 10:00–16:00
Verlagsstände; Partituren aller beim Festival uraufgeführten Werke; Open call for scores: Nicht-verlegte Partituren
Wo: Donauhallen
Preisverleihung FEM-Nadel
Freitag, 16.10.2026 14:00
Verleihung der FEM-Nadel des Deutschen Komponistenverbands
Wo: Museum Art.Plus
Donaueschingen zwischen Geschichte und Gegenwart
Samstag, 17.10.2026 16:30 (Start: Tourist Information)
Stadtführung für Musiktage-Publikum
Konzert "Divergente"
Samstag, 17.10.2026 11:30 & 15:00
Konzert mit Studierenden der Hochschule für Musik Trossingen
Wo: Museum Art.Plus
Gottesdienst
Sonntag, 18.10.2026 10:00
Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Donaueschingen
Leitung: Andreas Rütschlin
Wo: Christuskirche
VHS-Kurs
Sonntag, 18.10.2026 9:45
Besuch der Generalprobe des Abschlusskonzerts mit dem SWR Symphonieorchester
Wo: Baarsporthalle
Netzwerktreffen der European Broadcasting Union
Freitag, 16.10.2026
In Zusammenarbeit mit European Broadcasting Union (EBU)
Meet&Connect: Deutsch-niederländisches Netzwerktreffen
Freitag, 16.10.2026
In Zusammenarbeit mit Performing Arts Fund NL und Impuls neue Musik
Rahmenprogramm der Donaueschinger Musiktage 2026 bewerten:
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Bewertungen & Berichte Rahmenprogramm der Donaueschinger Musiktage 2026
Seminar
Vermittlungsprojekte der Donaueschinger Musiktage 2026
Kompositionsworkshop für Schüler:innen mit internem Abschlusskonzert
Schulkonzerte mit Ensemble Ascolta, "Next Generation", Kompositionsworkshop für Schüler:innen, Seminar "Abenteuer Neue Musik" für Lehrende & Studierende
Workshopleitung: Gerhard Müller-Hornbach
Kompositionsworkshop
Montag, 12.10. bis Freitag, 16.10.2026
Kompositionsworkshop für Schüler:innen mit internem Abschlusskonzert. Workshopleitung: Gerhard Müller-Hornbach
Wo: Fürstenberg-Gymnasium
Workshopprogramm für Schüler:innen der Realschule Donaueschingen
Montag, 12.10. bis Freitag, 16.10.2026
Probenbesuche, Gespräche mit Künstler:innen des Festivals, Workshops zu Produktion, Live-Übertragungen, Veranstaltungstechnik…
Gordon Kampe: "7 Zwerge"
Mittwoch, 14.10.2026 8:30 & 10:15
Konzerte mit dem Ensemble Ascolta für alle Schüler:innen der Erich Kästner-Schule
Programm "Next Generation" für Studierende
Mittwoch, 14.10. bis Sonntag, 18.10.2026
Ein Projekt der Donaueschinger Musiktage und der Hochschule für Musik FHNW Basel in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Trossingen und der Hochschule der Künste Bern, gefördert von Interreg "Die Drei Ecken/Les Trois Angles"
Seminar "Abenteuer Neue Musik" für Lehrende & Studierende
Donnerstag, 15.10. bis Sonntag, 18.10.2026
Ein Angebot der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen
Notenausstellung bei den Donaueschinger Musiktagen 2026
Auch dieses Jahr können wieder eigene Partituren ausgestellt werden: Senden Sie bis zu zwei Partituren zum 11.10.2026 ein.
Notenausstellung
Die Donaueschinger Musiktage möchten auch Komponist:innen, deren Werke nicht bei Verlagen erscheinen, die Möglichkeit geben, in der Notenausstellung des Festivals präsent zu sein. Daher bieten wir Raum für Partituren von nicht- oder selbst verlegten Kompositionen. Alle Arten von Partituren sind willkommen: traditionell notierte, graphische, Aktions- oder Textpartituren etc. Interessierte Komponist:innen können max. zwei Partituren (bitte jeweils mit Kontaktdaten) bis zum 11. Oktober senden an: Kulturamt Donaueschingen, Karlstraße 58, 78166 Donaueschingen. Die Partituren können leider nicht zurückgesendet werden.
Score Exhibition
The Donaueschingen festival would like to give composers whose works are not published the opportunity to be part of the score exhibition of the festival. Therefore, we offer a space for unpublished or self-published scores, as broadly defined as possible to include those traditionally notated, graphic, text, action scores, and beyond. Interested composers can send up to two scores (please include contact details) by October 11 to Kulturamt Donaueschingen, Karlstraße 58, 78166 Donaueschingen. Unfortunately, the scores cannot be returned.
2026 stehen die Donaueschinger Musiktage unter dem Leitgedanken der Polyphonie und damit dem Konzept, Musik aus unterschiedlichen Stimmen, Elementen, Linien und Materialien zusammenzusetzen. Vom 15. bis zum 18. Oktober lädt das Festival zu 20 Ur- und Erstaufführungen sowie einem umfangreichen Rahmenprogramm ein. Tickets für Veranstaltungen der Donaueschinger Musiktage können bei www.littleticket.shop oder über die Tickethotline +49 (0)221-9140 9830 erworben werden.